Traubensilberkerze

Traubensilberkerze

Cimifuga racemosa bzw. Actaea racemosa
Im Volksmund: Frauenwurzel, Schlangenwurzel

Traubensilberkerze mit Blüte
Traubensilberkerze mit Blüte

Kurios und wissenswert

Die Wurzel wurde früher auch Squaw Root genannt. Das hat den Hintergrund, dass die Pflanze bei nordamerikanischen Indianerstämmen als Frauenheilpflanze bekannt war und u.a. zur Erleichterung der Geburt verwendet wurde.

Sobald die Silberkerze in voller Blüte steht, ist sie mit ihren cremeweißen, leuchtenden Blütentrauben, die wunderbar nach Honig duften, eine imposante Erscheinung und lockt auch Bienen und Schmetterlinge an.

Steckbrief

Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächs
Standort: durchlässige, humose und nährstoffreiche Böden, die ausreichend feucht und kühl sind, liebt den lichten Schatten von Sträuchern und Gehölzen
Botanische Merkmale: ausdauernd, frosthart, robust
Verwendung:  die Wurzel
Erntezeit: nicht zur Selbstherstellung geeignet
Inhaltsstoffe: Triterpenglykoside, Isoflavone, Phenolcarbonsäuren
Wirkung: östrogenähnlicher Wirkmechanismus, Bindung an Östrogenrezeptoren, günstiger Einfluss auf metabolische Knochenprozesse, wehenerregend
Vorsicht: Wegen fehlender Langzeitstudien vorsichtshalber nicht länger als 6 Monate einnehmen. Bei Frauen mit östrogenabhängigen Tumoren nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.

Warum steht die Pflanze im Möglinger Kräutergarten?

Die Traubensilberkerze gehört zusammen mit dem Mönchspfeffer zu den wichtigen Frauenheilpflanzen, die auch durch wissenschaftliche Studien sehr gründlich untersucht wurden.

Extrakte aus der Traubensilberkerze werden auch als Phytoserms bezeichnet, da sie selbst gar keine Hormone enthalten, sich aber an Östrogenrezeptoren binden und Teilfunktionen der weiblichen Geschlechtshormone übernehmen. Damit wirken sie ausgleichend auf den Östrogenspiegel. Diese Heilpflanze ist bei allen Frauenbeschwerden angezeigt, die durch einen zu niedrigen Östrogenspiegel verursacht werden. Das wichtigste Anwendungsgebiet sind Wechseljahresbeschwerden, aber auch bei Wochenbettdepressionen kann eine Behandlung mit homöopathischen Tiefpotenzen eine große Hilfe sein.

Rezept: Hormon-Balance-Müsli nach Budwig

  • 2 EL Omega-3-Öl
  • 2EL frische Vollmilch
  • 150 g Magerquark
  • 1 TL Honig
  • Obst nach Wahl

Diese Zutaten verrühren und mit Obst und Leinsamen garnieren. Leinsamen enthalten Phytoöstrogene (Lignane), die ausgleichend auf den Hormonspiegel wirken.

Kräutergarten Möglingen
Autorin: Angelika Kübler
Foto: Angelika Kübler
Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2019